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Der Patrouille Suisse Abschied rückt näher

26.03.2026 | 02.04.2026 | 07.04.2026


Für die Patrouille Suisse hat die zweitletzte Saison begonnen. Spätestens seit dem Entscheid des Parlaments vom letzten Jahr steht fest, dass die Tiger-Flotte ausgemustert und die Patrouille Suisse somit aufgelöst wird. In diesem Jahr fliegt die Formation nochmals an sieben Schweizer sowie an drei ausländischen Airshows.

Die Patrouille Suisse befindet sich auf AbschiedstourDie Patrouille Suisse befindet sich auf Abschiedstour


Aber warum wird die Patrouille Suisse aufgelöst?

Grundsätzlich hat alles mit der Ausmusterung der F-5 Flotte zu tun. Die F-5 Tiger stammen aus den 1970er- und 1980er-Jahren. Ihre Sensorik, Avionik und Bewaffnung entsprechen nicht mehr den heutigen Anforderungen für einen modernen Luftkampf oder effektiven Luftpolizeidienst. In einem realen Konflikt gegen moderne Gegner wären sie chancenlos. Es wäre verantwortungslos, Piloten mit einem Tiger in einen Einsatz zu schicken. Die Entlastung der F/A-18 Hornet durch den F-5 verliert zudem laufend an Bedeutung und in der Pilotenausbildung wird der Tiger schon seit bald 20 Jahren nicht mehr eingesetzt. Mit der Einführung der F-35A ab 2028 und dem parallelen Weiterbetrieb der F/A-18 Hornet Flotte verfügt die Armee weder über den Bedarf noch über das notwendige Personal, die finanziellen Mittel oder die Infrastruktur, um die F-5 Tiger zusätzlich als dritte Flotte zu betreiben. Mit dem F-35A Lightning II entfällt auch die Aggressor-Aufgabe des F-5, da dieser keinen realitätsnahen Gegner für einen Jet der 5. Generation darstellt. 

Es wäre verantwortungslos, Piloten mit einem Tiger in einen Einsatz zu schicken.

Und dann sind da noch die Finanzen. Für einen längerfristigen Weiterbetrieb nach 2027 müssten in den Bereichen Schleudersitze, Flugzeug-Avionik und Navigation Investitionen getätigt werden. Um die Bedürfnisse der Patrouille Suisse abzudecken und zusätzlich Service-Aufgaben in reduziertem Rahmen auszuführen, würden 12 F-5 Tiger benötigt (zehn Einsitzer, zwei Doppelsitzer). Die dafür notwendigen Investitionen würden sich auf rund 9 - 15 Millionen Franken belaufen. Möchte man den Tiger aber zu einem modernen Aggressor-Flugzeug upgraden, kämen für diese 12 Maschinen nochmals Kosten von gut 80 Millionen zusammen. So oder so kämen jährliche Betriebskosten von 44 Millionen Franken dazu. Auf zehn Jahre bedeutet das eine Investition von einer halben Milliarde Franken.

Auch wenn sich die Flotte technisch gesehen noch in einem einwandfreien Zustand befindet, hat der Tiger als Kampfflugzeug kaum noch eine Zukunft. Für die Luftwaffe bietet er keinen militärischen Mehrwert mehr. Auch nicht nach einem möglichen Upgrade. Entsprechend war auch eine weitere Finanzierung fragwürdig, was schliesslich zum Entscheid der Ausmusterung der Flotte führte. Und wird der Tiger ausgemustert, steht leider auch die Patrouille Suisse ohne Flugzeuge da. Aktuell fliegen in der Schweiz noch 15 F-5 E/F Tiger. Davon zehn rot-weisse Maschinen der Patrouille Suisse.

Der Flirt der Patrouille SuisseDer Flirt der Patrouille Suisse


Auf dem Weg zum Abschied

Nun ist die Patrouille Suisse mit dem Trainingskurs also in die zweitletzte Saison gestartet. Dieser wurde leider teilweise von sehr schlechtem Wetter getrübt, sodass einige Trainings abgesagt werden mussten. Dennoch konnte am Gründonnerstag der traditionelle Patrouille Suisse Fanclub Tag in Emmen durchgeführt werden. Im Team selber kam es nochmals zu einer Rochade. Tiger Sexi, Maj Lukas «Bigfoot» Nannini, hat die Formation auf die neue Saison hin verlassen. Neu kam Hptm Mario «Breiti» Breitenmoser als Tiger Due zur Patrouille Suisse. Die restlichen Piloten bleiben der Formation erhalten. Somit sollen nun die letzten zwei Jahre in Angriff genommen werden. 2026 kann sich die Patrouille Suisse an sieben Schweizer sowie an drei ausländischen Events präsentieren. Nach den heutigen Informationen ist vorgesehen, dass die Patrouille Suisse bei den Flugvorführungen auf der Axalp im Oktober 2027 die letzte Vorführung fliegen wird. Wobei der Termin von offizieller Seite noch nicht bestätigt ist.