Rigi Air Classic 2026
24.05.2026
Bei wunderbarem Sommerwetter fand am Pfingstsonntag der erste traditionelle Rigi Historic XXL-Tag des Jahres statt. Dabei verkehrten die Kurszüge auf die «Königin der Berge» mit dem historischen Rollmaterial der Rigi-Bahnen. Zusätzlich fand auch in diesem Jahr die Rigi Air Classic statt. Eine Flugparade der besonderen Art. Das Publikum war von so viel Nostalgie begeistert!
Besser hätte das Wetter für die Rigi Air Classic nicht sein können. Bei strahlend blauem Himmel präsentierten sich 24 Flugzeuge den vielen Zuschauerinnen und Zuschauern auf Augenhöhe. Den Auftakt machte die Yakovlev YAK-18T LY-CBL, die seit Kurzem im Birrfeld zuhause ist. Gleich danach folgte die Stinson L-5 N121MC vom CAF Swiss Wing. Spätestens als Lukas Schatzmann seine gelbe AT-6 HB-RTA präsentierte, wurde klar, dass diese Veranstaltung weit mehr als nur eine Parade ist. Dank den steil abfallenden Felswänden lassen sich Flugzeuge kaum irgendwo eindrucksvoller präsentieren als auf der Rigi. Nun begannen die Augen der ersten Fotografen zu leuchten. Anschliessend zeigten sich zahlreiche altbekannte Bijous dem begeisterten Publikum. Darunter die Ryan PT-22 Recruit N58651, die Pilatus P2 HB-RAM und P3 HB-RBX von Rolf Bläsi sowie die wunderschön restaurierten AT-16 HB-RDN und Beech 18 HB-GAC aus dem Birrfeld.
Spätestens als Lukas Schatzmann seine gelbe AT-6 HB-RTA präsentierte, wurde klar, dass diese Veranstaltung weit mehr als nur eine Parade ist.
Ein erstes kleines Finale der Parade gab es ungefähr zur Mitte des Programms. Aus Triengen flog die Pilatus PC-7 HB-HMU ein und die beiden Piloten Ariel Lüdi und Paul Götti präsentierten die volle Leistung der PT6A Turbine. Obwohl es keine Airshow ist, gelang es den Piloten, den Flieger auf äusserst spektakuläre Art und Weise vorzuführen. Danach folgte ein einmaliges Display: Eine Pilatus PC-9/A in den Farben der Royal Australian Air Force (RAAF). Die heutige N31ME trug bei der australischen Luftwaffe die militärische Kennung A23-065 und wurde 2019 ausgemustert. Nach der Ausserdienststellung der gesamten RAAF PC-9 Flotte wurden mehrere Maschinen exportiert und zivil registriert. Die N31ME gelangte schliesslich nach Deutschland und befindet sich heute im Besitz einer Privatperson. Das Finale Grande des ersten Teils flog danach die alt bekannte und immer wieder eindrückliche P-51 Mustang D-FPSI mit ihrem Merlin Motor und rund 1'700 PS.
Nun ging es erstmals wieder etwas gemütlicher weiter. Aus Bleienbach präsentierte sich zunächst der MD3 Swisstrainer HB-HOJ, ehe eine imposante Formation aus drei Junkers F-13 die Rigi umrundete. Das Wellblech ihrer Rümpfe glitzerte in der Sonne, während Fotografen und Touristen aus aller Welt auf die Auslöser ihrer Kameras drückten. Mit dem Yeti-Porter HB-FAN, den gemütlichen Slepcev Storch HB-YKQ, Hatz CB-1 HB-YSH und Piper PA-18-150 Super Cub HB-PAV sowie dem kraftvollen DHC-2 Beaver N54BB mit dem unverwechselbaren Klang seines Sternmotors flogen weitere Raritäten um die Rigi. Ganz leise kam dafür der Moswey angeflogen. Auch die faszinierende Vorführung der DC-3 N431HM durfte an der Rigi Air Classic natürlich nicht fehlen.
Den offiziellen Abschluss bildete die Vorführung der P-51 Mustang «Nooky Booky IV» OE-EFB von den Flying Bulls durch Nicolas Rossier. Mit den Smokewinders zeichnete er eine mitreissende Choreografie an den Himmel der Zentralschweiz. Bereits an den Oldtimerflugtagen Kestenholz im Jahre 2009 besuchte die Mustang die Schweiz schon einmal. Bis heute trägt die Maschine die Bemalung von Major Leonard «Kit» Carson, einem der bekanntesten US-Jagdflieger des Zweiten Weltkriegs. Die Maschine gehörte einst auch zum Inventar des berühmten Test- und Airshow-Piloten Bob Hoover. Und als tatsächlich letztes Flugzeug zeigte sich noch die Cessna HB-CAX. Sie gehört zu den wenigen Cessnas mit Heckradfahrwerk. Das macht sie wohl zu einer Exotin.
Die vorbeifahrenden Züge auf den Geleisen, die Flugzeuge am Himmel, die eindrucksvolle Bergwelt der Zentralschweiz und die einzigartige Atmosphäre machten den Anlass zu einem grossartigen Erlebnis. Es bleibt zu hoffen, dass die Parade auch im nächsten Jahr wieder durchgeführt wird. Der erste Rigi Historic XXL-Tag des Jahres kam einer nostalgischen Reizüberflutung jedenfalls sehr nahe.


























































